ULRIKE FELDER

Faces of mine

Faces of mine, eine Serie von überdimensionalen Portraits, changiert in ihrer optischen Erscheinung zwischen Fotografie und Anklängen an die Malerei. Alle Bilder sind ursprünglich Polaroids, Miniaturaufnahmen von Momenten, entstanden in der Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Sofortbild-Technik und dem Selbstportrait im weiteren Sinn. Die Fotografien wurden nicht mittels Selbstauslöser erfasst, sondern die Kamera wurde mit der Hand geführt und bedient. Die Produkte dieses Prozesses sind somit Ergebnisse eines gleichermaßen freien Spiels mit dem Medium der Fotografie wie auch mit dem Selbstbildnis, das, im Augenblick der Produktion allenfalls erahnt und tatsächlich blind und intuitiv erstellt wurde.

In den Vergrößerungen sind die Erscheinungsbilder in riesige Oberflächen – faces – transformiert. Die mikroskopische Auflösung ermöglicht eine visuelle Annäherung an den malerischen Farbaufbau des Sofortbildes, aus dem die sinnlichen, fein strukturierten Flächen ihre eigenwillige Farbgebung und Poesie beziehen.

Die Tatsache, dass es sich bei all diesen Bildern um Portraits ein und derselben Person handelt, erschließt sich nicht unmittelbar – jeder Augenblick erscheint als neue Möglichkeit, als ein neues Gesicht. Minimalistisch und ohne Inszenierung werden Vorstellungen einer kontinuierlichen äußeren Identität der Person unterwandert. Die persönliche Erscheinung wird als  Moment dechiffriert, als Spiel mit einer sich ständig wandelnden Oberfläche.

Text: Bernadette Dewald

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